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Look at me - Ilsemargret...

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  • So.
  • 10.02.19
  • 14:30 Uhr
Veranstaltungsbild

Look at me - Ilsemargret Luttmann


Theater Nienburg. Vernissage zur Kunstausstellung

Die großformatigen Acryl-Bilder von Ilsemargret Luttmann sind realistische Abbildungen, die Kraft aus ihrer Farbintensität beziehen. Ästhetische Anregungen stammen aus der afrikanischen Kunst- und Modefotografie sowie von dem graphischen Repertoire der sogenannten afrikanischen Wax Print-Stoffe. In Afrika hat die Kunst der Selbstdarstellung eine lange Tradition, wie sie sich in den eindrucksvollen Selbstdarstellungen von politischen und religiösen Machthabern zeigt. Die Posen, die zu sagen scheinen „Look at me!“, kennt man auch aus der Modefotografie und den in sozialen Netzwerken kursierenden Selfies. Protzen und Täuschung, im westlichen Normengefüge eher negativ besetzte Verhaltensweisen, werden hier überlebenswichtig im Wettstreit der Identitäten-Inszenierungen, der Gleichsetzung von Schein und Sein.

 Die Ausstellung ist geöffnet bis zum 6. April zu den Spielzeiten im Theater sowie nach besonderer Vereinbarung unter Tel. 05021.87 393. Der Eintritt ist frei.

Mit Unterstützung der Sparkasse Nienburg

Foto: Ilsemargret Luttmann

 

Hintergründe:

“Look at me!” - “Look, a negro!” Dieser Satz ist der Ausgangspunkt der Reflexionen von Frantz Fanon über Rassismus in Europa und die ideologische Bedeutung des Visuellen für Identitätskonstruktionen. In dem Aufruf „Look at me!“ steckt eine Umkehr dieses ausgrenzenden, demütigenden Blicks, der erduldet werden muss und der das Objekt zum Opfer macht: er ist Ausdruck von Selbstermächtigung und einem spielerischen Umgangs mit sich, seiner Identität, seinen Inszenierungen. Er enthält auch etwas Provokatives und zielt darauf ab, den Betrachter zu verunsichern. Die Posen, die zu sagen scheinen „Look at me!“ kennt man insbesondere von der Modephotographie und den in sozialen Netzwerken kursierenden Selfies. In Afrika hat die Kunst der Selbstdarstellung eine lange Tradition, wie sie sich in den eindrucksvollen Selbstdarstellungen von politischen und religiösen Machthabern – in Form von textiler Kleidung, Insignien, Raumgestaltung und Performances – zeigt. Protzen, Bluffen, Exzesse, Täuschung – im westlichen Normengefüge eher negativ besetzte Verhaltensweisen – sind hier aber Teil des sozialen Spiels und erweisen sich als überlebenswichtige Kompetenzen, um nicht als Verlierer aus dem Wettstreit der Identitäten-Inszenierungen hervorzugehen. Die Frage nach Schein oder Sein wird überführt in die Gleichsetzung von Schein und Sein. – Dieser Ideenkontext bildet den Rahmen des Bilderzyklus, der in der Ausstellung in Auszügen gezeigt wird. Ästhetische Anregungen stammen u. a. aus der afrikanischen Kunst- und Modephotographie sowie von dem graphischen Repertoire der sogenannten afrikanischen Wax Print-Stoffe. Die großformatigen Acryl-Bilder sind realistische Abbildungen, die ihre Kraft aus der Farbintensität beziehen.